Diese leichte Nervosität, wenn wir jemanden kennenlernen. Wir zeigen und geben unser Bestes. Setzen uns eine kleine rosarote Brille auf. Wird das die große Liebe oder eine Enttäuschung? Sowas kennen wir mehr oder weniger alle vom Daten. Aber genau diese Momente finden wir auch im Marketing: Vom kleinen Extra am Valentinstag bis zum Ghosting… Es heißt ja nicht umsonst Kunden-Beziehung.
Komm mit auf ein Date mit deinem eigenen Marketing und schau dir an, warum es ok ist, wenn du nicht „Everybody‘s Darling“ bist, und was Beziehung statt Reichweite für dein Business wirklich bedeutet. Schnapp dir ‘nen Kaffee (oder ein Glas Wein?)… Es wird persönlich.
Den richtigen Partner aka Kunden finden
Marketing und Dates? Das sind ganz verschiedene Welten. Und trotzdem gar nicht so weit voneinander entfernt:
- Wir machen uns chic, zeigen uns von unserer besten Seite (Branding).
- Wir richten uns Accounts ein, um mit der richtigen Person in Kontakt zu kommen (Profile in Social Media, Website, Blog).
- Wir sehen uns zuerst auf Distanz (Posts, Anzeigen, Artikel).
- Wir checken uns gegenseitig aus, ob es für uns passt (Touchpoints).
- Wenn ja, vereinbaren wir ein erstes Treffen (Akquise-Gespräch).
Und egal, wie perfekt wir uns darstellen: Früher oder später fallen alle Fassaden und es zeigt sich, wie gut wir wirklich zueinander passen. Haben wir genug Gemeinsamkeiten, um gemeinsam weiterzugehen? (Conversion)
Der erste Eindruck zählt: Wie echt bist du in deinem Marketing?
Stell dir vor, du gehst zu einem Date und dein Gegenüber sieht komplett anders aus als auf seinem Profilbild. Oder noch schlimmer: Er oder sie spielten nur eine Rolle, um dir zu gefallen. Was für ein unangenehmes Erwachen. Im Marketing machen viele genau diesen Fehler. Sie versuchen, perfekt zu wirken. Sie polieren ihre Profile auf Hochglanz und zeigen nur, was gut ankommt. Diese Fassade können sie aufrecht erhalten, wenn es mit dem Gegenüber noch um nichts geht. Solange es keine echte Verbindung gibt, reicht das aus.
Aber mal ehrlich: Wer baut zu einer solch perfekten Fassade wirklich etwas mit Substanz auf?
Bau auf langfristige Verbindung durch dein Content Marketing
Wenn du möchtest, dass die richtigen Kunden bei dir bleiben, leg diese „Erstes-Date-Fassade“ schnell ab. Natürlich sollst du professionell auftreten. Aber Professionalität heißt nicht aufpolierte Perfektion.
- Zeig deine Ecken und Kanten.
- Sprich so, wie du im echten Leben mit echten Personen sprichst.
- Trau dich, eine Haltung zu haben, die vielleicht nicht jedem schmeckt.
Denn letztendlich kaufen Menschen von Menschen. Und zwar von denen, bei denen sie sofort verstehen, was sie erwartet, und die sie auch als Person spüren können. Wenn du dich verstellst, machst du vielleicht kurzfristig auf dich aufmerksam. Aber langfristig bleiben nur die, die dein echtes Ich anspricht. Bleib du selbst mit deinem Marketing-Content, dann bleiben auch die Richtigen bei dir.
Was bringt dir dieses Content Marketing, von dem ich rede?Hier findest du mehr zum Nutzen von Content Marketing für deine Inhalte.
Dein Profil: Mach dich bereit fürs richtige Match
Ein kleiner Blick in den Spiegel (also auf dein Profil) schadet vor einem Date ja nicht. Wenn du mit den Richtigen eine Beziehung aufbauen willst, muss dein Profil klar kommunizieren, was sie bei dir finden.
- Wer bist du? (Menschlichkeit, Authentizität)
- Was bietest du an? (Klarheit)
- Für wen ist das? (Zielgruppe)
- Welche Haltung hast du? (Werte)
Das geht auch in wenigen Worten. Eine gute Bio ist wie der Beginn eines Dates: Interessant, ehrlich, einladend.
Schau dir mal aus Perspektive eines Fremden dein Profil an: Versteht er innerhalb von drei Sekunden, was er bei dir bekommt? Wenn nicht, ist es Zeit für ein kleines Makeover.
Vermassle nicht das erste Date (oder den ersten Kontakt mit deinem Interessenten)
Geschafft. Der erste Eindruck sitzt. Dein Profilbild ist authentisch und sympathisch, deine Bios sind klar formuliert. Ein neuer Follower hat auf „Folgen“ geklickt. Glückwunsch, euer erstes „Hallo“ hat geklappt!
Und jetzt?
Viele fallen an dieser Stelle direkt mit der Tür ins Haus. „Kauf mich!“, „Ohne mich kommst du nicht weiter!“, „Sonderangebot nur heute!“ schreit es in Posts und DMs. Das ist so, als würdest du beim ersten Date nach fünf Minuten fragen: „Und? Wann heiraten wir?“ – Schüttelt es dich bei dem Gedanken genauso wie mich?
Denk an die Dating-Metapher: Nach dem ersten Kontakt geht es ums Kennenlernen. Du hörst deinem Gegenüber zu, erzählst etwas von dir, baust Schritt für Schritt Vertrauen auf. Übertragen aufs Marketing heißt das: Mehrwert kommt vor dem Verkauf.
Schrei nicht „Kauf bei mir!“, sondern strecke eine Hand aus und sag „Schau mal, hier kann ich dir weiterhelfen.“
- Teil dein Wissen. Gib kleine Tipps, die deine Traumkunden sofort umsetzen können.
- Erzähl Geschichten, in denen sich die Menschen wiedererkennen, die du erreichen möchtest.
- Zeig echtes Interesse. Interagiere auf Augenhöhe mit den Menschen, die auf deine Posts reagieren.
Damit zeigst du Kompetenz, Empathie und gibst deinem Gegenüber Zeit, mit dir warm zu werden. Vertrauen entsteht nur ohne Druck und wächst durch Beständigkeit und echtes Interesse.
Ghosting ist auf Social Media Alltag
Das Entstehen dieser Beziehung kann aber auch schnell scheitern. Du schreibst, es kommt nichts zurück. Funkstille. Ghosting ist im Dating schrecklich.
Auch im Marketing ist das keine Seltenheit, vor allem auf Social Media. Du postest einen grandiosen Beitrag, hast dein ganzes Herz und all deine Kreativität reingesteckt. Und dann? Nichts. Grillenzirpen. Ein Heuballen weht durchs Bild.
Dein Kopfkino springt an: „Keine Likes, keine Kommentare. Mein Content ist schlecht. Niemand interessiert sich für meine Inhalte. Niemand sieht meine Reels. Ich kann das einfach nicht.“
Jetzt halten wir den Film mal kurz an und atmen tief durch. Was auch in der Dating-Welt oft nach einer Ausrede klingt, aber meistens wahr ist:
Es liegt nicht (immer) an dir.
Stille Follower als perfektes Match
Viele in deiner Community lesen still mit. Sie sehen deinen Content, finden ihn gut, nicken zustimmend. Aber sie drücken nicht auf „Gefällt mir“ und sie interagieren auch nicht. Sie sind die Schüchternen im Club, die sich noch nicht trauen, den ersten Schritt zu machen.
Ich hab schon erlebt, dass Follower nach Monaten der Stille plötzlich Kontakt aufnehmen und dann sagen: „Ich lese deine Beiträge schon seit einem halben Jahr und ich finde sie toll.“
Es wirkt, als hätten sie kein Interesse. Was aber auch dahinterstecken kann: Stille Follower sind vielleicht noch nicht in Flirtlaune, also noch nicht kaufbereit. Lass dich von diesem vermeintlichen Ghosting nicht entmutigen. Mach weiter. Bleib sichtbar. Die stillen Beobachter brauchen einfach etwas mehr Zeit, bevor sie in Aktion gehen. Vertrau darauf, dass du mit deinem Content Samen säst, von denen manche erst später aufgehen werden.
Du musst nicht jedem potenziellen Kunden gefallen
Manche dieser Samen werden vielleicht auch gar nicht aufgehen. Wahrscheinlich ist das der wichtigste Punkt in meiner Dating-Metapher: Es passt nicht mit jedem. Muss es auch nicht.
Wenn du auf ein Date gehst und merkst, dass ihr völlig unterschiedliche Werte habt oder nicht mal im Ansatz gut kommunizieren könnt, würdest du dich verbiegen, nur damit es doch irgendwie passt? Ich hoffe nicht. Wahrscheinlich würdest du eher sagen: „Ok, schade, aber das passt einfach nicht.“ und weiterziehen.
Mit ihrem Content und ihrem Marketing haben einige unfassbare Bedenken, sie könnten jemanden verschrecken. Sie wollen alle erreichen, die sich vielleicht nur im Entferntesten mit ihrem Anliegen beschäftigen könnten.
Damit kommunizierst du allerdings unterschwellig solche Dinge:
- „Meine Kunst ist für jeden, der Augen hat.“
- „Ich coache alle Menschen, die ein Problem haben.“
- „Mein Content ist für alle auf Social Media.“
Du merkst grade wahrscheinlich auch schon, dass das wenig Sinn ergibt. Wenn du Content für jeden machst, gehst du in der Masse unter. Du wirst beliebig und für niemanden besonders. Wie das „nette“ Date, an das man sich zwei Tage später nicht mehr wirklich erinnert.
Dein Content Marketing „Dating-Edition“
In dein Marketing übersetzt heißt das für dich letztlich: Nicht alle müssen deinem Angebot und deinem Content applaudieren, damit du Kunden anziehst. Im Gegenteil! Je klarer du dich für deine Zielgruppe positionierst, desto eher schreckst du die Falschen ab. Die, die sich eh nicht ernsthaft dafür interessieren, was du anbietest.
- Nicht jeder Kunde ist für dich.
- Nicht jeder hat das Budget für deine hochwertige Arbeit.
- Nicht jeder mag deine Art zu kommunizieren oder dein Angebot.
Alles davon ist ok. Es ist gut so. Du willst keine Kunden, die du mühsam von dir überzeugen musst oder mit denen die Zusammenarbeit zäh ist. Du willst die, die sagen: „Endlich, genau danach hab ich gesucht!“ Trau dich, auch mal zu polarisieren. Trau dich, Nein zu sagen, zu Interessenten, mit denen es nicht passt. Das schafft Raum für die richtigen Matches unter deinen Marketing-Dates.
Die Grundlage für deine richtigen Matches legst du übrigens schon mit der Definition deiner Zielgruppe. Deinen Starter-Guide dazu findest du im Artikel Wie finde ich meine Zielgruppe?
Jeder Tag ist euer Valentinstag
Mit den richtigen Matches baust du eure Kunden-Beziehung jeden Tag ein kleines bisschen weiter. Und dann kommen die großen Konsum-Tage. Für mich am schlimmsten: Der Valentinstag.
Überall rote Herzchen, Rabattcodes und Pralinenwerbung. Unternehmen vollführen die tollkühnsten Kunststücke, um ihren Kunden zu zeigen, wie „wichtig“ sie ihnen sind. Mit einem klaren und sehr offensichtlichen Ziel: Absatz und Umsatz.
Aber wie fühlst du dich, wenn dein Partner 364 Tage im Jahr „so lala“-Aufmerksamkeit für dich hat und dann am 14. Februar die großen Geschütze auffährt? Ich würde ihm die Blumen und Pralinen wahrscheinlich um die Ohren hauen.
Echte Wertschätzung ist kein Event
Schmeiß die Mentalität mit „Einmal im Jahr ne große Geste“ bitte in die Tonne. Die wahre Verbindung zu deinen Kunden entsteht an einem grauen Mittwoch im November, nicht (nur) am Valentinstag.
- Beantworte Kommentare und Nachrichten zeitnah und zugewandt. Immer.
- Bedanke dich auch mal ohne Anlass bei deiner Community.
- Liefere konstant gute Qualität. Nicht nur in der Kennenlern-Phase am Anfang.
Jeder Tag im Jahr ist wichtig für Vertrauen, Beziehung und Verbindung zu deinen Kunden. Zeig ihnen regelmäßig, dass du sie siehst und wertschätzt. Das ist für dein Business nachhaltiger als einmal im Jahr der Rabattcode „Liebe“.
Individuelle Beziehungspflege ist wichtiger als Reichweite
Es gibt ein Phänomen, das sich für mich anfühlt, wie „sich jemanden warm halten, um an dessen besten Freund ranzukommen“: Engagement-Gruppen. Ähnlich schlimm wie, sich nur einmal im Jahr um die Community zu bemühen.
Vom Prinzip her verabreden sich Leute, gegenseitig ihre Beiträge zu liken und zu kommentieren. Das Ziel ist, den Algorithmus auszutricksen und so mehr Reichweite zu bekommen.
Das lässt dein Herz schon kurz höher schlagen, wenn du 30 Minuten nach Veröffentlichung 50 Likes und 23 Kommentare siehst. Aber wie viel ist dieses „Herzklopfen“ denn wert, wenn es nur vorgegaukelt ist?
Ein Kommentar „Toller Post! 🔥“ von Leuten, die deinen Inhalt nicht wirklich angesehen haben und vermutlich niemals bei dir kaufen werden ist ein bisschen Kosmetik fürs Ego. Es bläht deine Zahlen auf, ohne dass es dir wirklich Erfüllung (also Kunden) bringt.
100 echte Follower, die mit dir in Interaktion gehen, weil sie wirklich gut finden, was du machst, sind wertvoller als jede Engagement-Gruppe. Sie sind ernsthaft an dir interessiert. Konzentriere dich auf die, die an echtem Austausch interessiert sind. Bau diese Beziehungen aus und bau hier Dialog auf. Das dauert zwar länger als die Reichweite über eine Engagement-Gruppe. Aber es hilft auch dem Algorithmus zu verstehen, wem er deine Inhalte wirklich ausspielen soll. Und das ist dein Fundament für nachhaltige Sichtbarkeit auf Social Media.
Mach dieses ernsthafte Interesse am Gegenüber auchzum Zentrum in deinem Content. Richte dich an eine bestimmte Person und konzentrier dich drauf, ihr Content-Herzklopfen im besten Sinne zu bereiten. Wenn du besser verstehen willst, WEN du da eigentlich datest, kannst du hier weiterlesen: So kommt dein Content wirklich an.
Trau dich, mit Interessenten in Beziehung zu gehen
Marketing ist keine Einbahnstraße und kein Prozess, den du abarbeitest. Es ist wie Dating etwas sehr Menschliches. Es geht um Resonanz und Vertrauen. Und um den Mut, dich zu zeigen, wie du bist.
Vielleicht macht dich das nervös, dich so sichtbar zu machen. Vielleicht lebt auch ein kleiner Impostor in dir, der sagt „Ich bin eh nicht gut genug“. Das fühle ich, mir ging es nämlich zu Beginn genau so. Diese Bedenken sind normal, vor allem, wenn du gerade am Anfang stehst. Jedes Mal, wenn wir uns jemandem wirklich öffnen (beim Daten genauso wie für Kunden), machen wir uns auch ein Stück weit verletzlich.
Aber genau darin liegt auch die Magie. Wenn du aufhörst, Marketing als lästige Pflicht oder Verkaufstrick zu sehen, und stattdessen einen Beziehungsaufbau darin siehst, gewinnst du die Chance auf das perfekte Match. Dann wird es zu einem Gespräch und gewinnt Tiefe. Es wird zu einem Date, auf das du dich freuen kannst.
Also: Putz dich raus (auf deine Art!), geh raus und hab Spaß bei deinen Marketing-Matches!
Willst du mit mir gehen? Dann folg mir auf Social Media für unsere nächsten Dates! 😉








